„Wer kennt ihn nicht, diesen liebenswürdigen meister der leichten Muse“ feierte die Berliner Presse anlässlich des 50. Geburtstages des Komponisten Siegfried Translateur im Jahre 1925 und nannte ihn den „Wichtigsten Walzerkomponisten der Hauptstadt“. Translateur, der über Breslau, Wien und Leipzig nach Berlin kam, gründete dort seinen Verlag „Lyra“, in dem er neben eigenen Werken die solch illustrer Kollegen wie Paul Lincke oder José Armandola veröffentlichte. Allein sein Walzer „Wiener Praterleben“, den er 17-jährig in der österreichischen Hauptstadt schrieb, machte ihn unter dem Namen „Berliner Sportpalast-Walzer“ berühmt. Erst die Nationalsozialisten machten seiner musikalischen Karriere ein Ende, ein Arbeitsverbot ging Hand in Hand mit der Zwangsenteignung des Verlages, dem folgte der Transport ins Konzentrationslager Theresienstadt, wo er Anfang April 1944 starb. Seitdem sind seine Werke weitgehend von den Konzertplänen verschwunden. In den letzten Jahren macht die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie vermehrt auf sein Schaffen aufmerksam, die Walzer „Wiener Praterleben“, „Großstadtbummel“, „Torero“ und zuletzt in den diesjährigen Neujahrskonzerten „Flott durch’s Leben“ wurden von unserem Publikum begeistert aufgenommen.
Nun ist im Label cpo eine CD mit Werken Translateurs erschienen, unser Chefdirigent Jan Michael Horstmann leitet die Nürnberger Symphoniker. „Rundherum ein Glücksfall“ urteilte der Rezensent von Radio Drei und „Klassik heute“ schreibt: „Die Nürnberger Symphoniker spielen unter der anfeuernden Leitung von Jan Michael Horstmann sonor-saftig, federnd brillant, mit forschem Schmiss und vorwärtsstürmend-mitreißendem Schwung. Der Raumklang ist recht neutral, die Instrumentengruppen sind klar getrennt hörbar. Diese CD holt einen vergessenen und tragisch geendeten Komponisten aus der Versenkung und bietet jedem Neujahrskonzert neue programmatische Impulse.“











